| Einsatz 16. - 18. Januar 2008
Bergungsarbeiten in Halle-Queis abgeschlossen
16 Regale waren eingestürzt, zwei Gabelstapler sollen zusammengestoßen sein
Nach dem schweren Unfall beim Papiergroßhandel IGEPA in Halle-Queis, bei dem zwei Menschen getötet und drei weitere verletzt wurden, sind die Bergungsarbeiten nun abgeschlossen. "Die Gesellschafter, die Geschäftsleitung sowie alle Mitarbeiter der Igepa Papiergroßhandel GmbH sind in tiefer Trauer und haben tief empfundenes Mitleid für die Opfer und deren Angehörigen", ließ das Unternehmen am Freitag mitteilen. "Speziell die Mitarbeiter in Queis und die Geschäftsleitung leiden mit der Familie unseres Mitarbeiters, der in unserem Unternehmen gelernt hat, danach sieben Jahre bei uns gearbeitet hat, außerordentlich beliebt und im Unternehmen gut integriert war", heißt es in einem Statement der Papiergroßhandlung. Gleichzeitig bedanke sich das Unternehmen bei allen beteiligten Personen, die an dieser Rettungsaktion beteiligt waren. Großen Dank gelte den zuständigen Behörden und der örtlichen Politik. Hervorzuheben sei, dass bei der Rettungsaktion teilweise über 200 Personen im Einsatz waren und die Kompetenzen klar geregelt waren. Die Zusammenarbeit zwischen, Feuerwehr, Polizei, THW und Sanitäter lief auf hohem Niveau ab. "Wir hatten nicht nur vor Ort Unterstützung von unseren Nachbarn und dem Katastrophenschutz, sondern auch moralische Unterstützung von unseren Kunden, Lieferanten und Banken, nicht nur aus unserer Region, sondern über Deutschland hinaus", sagte ein Unternehmenssprecher. Außerdem bedanke man sich ausdrücklich bei den Medien, die das erteilte Hausverbot akzeptiert hatten, bis der Kampf um das Leben der beiden Vermissten beendet war. Allen Beteiligten sei höchste Achtung und Respekt zu zollen. Inzwischen wurde bekannt, dass eine spontane, bundesweite Welle der Unterstützung angelaufen ist. Persönliche Hilfe wird ebenso angeboten wie die Bereitschaft, die Opfer und ihre Angehörigen finanziell zu unterstützen. Auch dieser völlig unerwarteten Hilfsbereitschaft danken alle Beteiligten sehr. Es werde zur Zeit versucht, eine geeignete Form der Unterstützung für die Angehörigen des Igepa Mitarbeiters und des Mitarbeiters des THW aufzubauen. Für die Angehörigen wurde bei der Saale Sparkasse Halle (BLZ 800 537 62) unter der Kto.-Nr. 369 007 241 Verwendungszweck: "Opferhilfe Einsturz Papiergroßhandel" ein Spendenkonto eingerichtet. Das Unglück hatte sich am Mittwoch ereignet. Vorausgegangen war am Dienstagabend gegen 17 Uhr eine Karambolage mit zwei Gabelstaplern. Dabei wurde ein Regal auf einer Länge von rund 10 Metern beschädigt, knickte ein und rund 35 t Papier lagen auf verschiedenen Höhen, mit anderen Regalen verkeilt, in einem Gang. Die Räumung der Unfallstelle war sehr schwierig und die Gefahr, dass weitere Paletten vom Regal fallen, groß. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden und Verantwortlichen wurde entschieden, dass das Technische Hilfswerk die Bergungsmaßnahmen übernehmen sollte. Als zwei Mitarbeiter des THW am Mittwoch gegen 15.00 Uhr den Schaden begutachteten, kam das daneben stehende Regal ohne Fremdeinwirkung und ohne Berührung, in Bewegung und stürzte ein. Hierdurch kam es zu einem Dominoeffekt und das gesamte Lager, bestehend aus 16 Regalen mit einer Gesamtmenge von 5.141 t stürzte ein. Zur Zeit des Einsturzes arbeiteten in diesem Teilbereich des Lagers sechs Mitarbeiter. Darüber hinaus befanden sich die zwei Mitarbeiter des THW zur Begutachtung des Schadens zwischen den Regalen. Zwei Igepa Mitarbeiter konnten sich eigenständig und unverletzt, unter großer Schockwirkung, in Sicherheit bringen. Zwei Mitarbeiter des THW und drei Mitarbeiter der Igepa waren in den Trümmern eingeschlossen. Die Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen und THW waren innerhalb kürzester Zeit an der Unfallstelle. Durch den professionellen Einsatz der Rettungskräfte, deren Fachkompetenz und mit Hilfe einer Hundestaffel, konnten zwei Mitarbeiter der Igepa mit leichten Verletzungen geborgen werden. Der erste Mitarbeiter des THW wurde verletzt gegen 17.00 Uhr geborgen und nach Erstversorgung vor Ort sofort ins Krankenhaus eingeliefert. Freitagmittag konnte er die Klinik bereits wieder verlassen. Der zweite Mitarbeiter der THW wurde am Donnerstagmorgen gegen 03:00 Uhr tot geborgen. Der letzte verschüttete Mitarbeiter der Igepa wurde am selben Tag gegen 21:00 Uhr tot geborgen. Diese Katastrophe wurde durch eine Verkettung widriger Umstände ausgelöst und wird von der Staatsanwaltschaft entsprechend aufgearbeitet und dokumentiert. 
Foto: Berufsfeuerwehr Halle/Saale
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